Der Maler und sein Galerist

Der Maler und sein Galerist: Mario Comensolizoom
 

Der Maler und sein Galerist: Mario Comensoli

Eine Hommage an den großen Züricher Maler in Form einer lyrischen Erzählung über sein Leben und seine Malweise, in der eine so überaus liebenswürdige und berührende Seite des Meisters des Comensoli-Realismus gezeichnet wird, die bisher nicht bekannt war
Deutsch/Englisch, 68 Seiten, 28 farbige Abbildungen, hochglanz-kartoniert, 29,7 cm x 21 cm
ISBN-Nr. 3-907048-08-3
Preis: SFR 32,- € 20,-
plus Verpackung und Versand


Inhalt
Mario Comensoli stammt aus ärmsten Gastarbeiterverhältnissen, war früh verwaist und musste sich schon in jungen Jahren selbst durchschlagen. Der Autor schildert, wie es ihm gelingt, den steinigen Weg eines Malers einzuschlagen und durchzuhalten, bis seine Kunst ausgereift ist. Seine Malweise ist einmalig, gegen Ende seines Lebens war sie zu einem eigenen Stil gereift, den man heute den Comensoli-Realismus nennt. Comensoli war mit einem Galeristen befreundet, der aber nicht sein Galerist war, sondern ‚nur‘ sein Freund. Diese Freundschaft wird in wunderschönen Bildern erstmals erzählt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

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Buchaufbau
Die Freundschaft zwischen dem Maler und seinem Galeristen wird in poetischen Bildern und Metaphern in einer Seiten-Hauptspalte geschildert; in einer schmäleren Seiten-Nebenspalte läuft eine Art Biographie des Malers, in der sich der Autor mit dessen Kunst auseinandersetzt.

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Textprobe
Er liebte ‘seine’ Bescheidenheit, doch er litt darunter, daß die, welche sich seine Kunst hätten leisten können, sie sich nicht leisten wollten, die wollten nicht jeden Tag dem Leben in Zürich gegenübergestellt sein, das es eben auch gab und als ein Teil zum alltäglichen Getriebe dieser Stadt gehörte. Er fuhr mit seinem Velo durch dieses bunte, schöne, häßliche, großartige, verkommene Getriebe, spürte so die Luftbewegungen, die dieses Treiben aufwirbelte, doch er spürte auch den Stich, wenn Kollege Max Bill mit dem Bentley durch die sauberen Straßen der feinen Viertel der Stadt fuhr, hofiert von den Menschen, die dort hinter den Stein- und Glasfassaden an den berühmten Hebeln schalten und walten, deren Namen in Banken, Wirtschaft, Industrie und Politik leuchtend wie kleine in ein Glasmosaik eingelassene Goldplättchen wirken. Comensoli hatte den Neid nicht zum Bruder. Auch wenn er sich nicht scheute, jenes berühmt gewordene Churchill-Wort von den ‘Gnomen von Zürich’ zu verwenden. Doch es quälte ihn, daß seine Kunst nicht die gebührende Anerkennung fand, nicht einmal so sehr, daß diese ausblieb, sondern mehr, daß die Großen dieser Welt in der Verweigerung seiner Anerkennung ihr Nicht-Hinschauen-Wollen zelebrierten. Das kränkte ihn recht sehr. ** Im Alter war er gelassener geworden, doch er ließ in seinem künstlerischen Anspruch nicht nach, er blieb wie immer skeptisch seinem Werk gegenüber. Diese Skepsis empfand er als notwendige Bedingung dafür, daß die Qualität seiner Kunst nicht verlaufen würde, wie er es seiner Farbe zu tun aufgeben konnte. Qualität war der Maßstab, dem er ganz und gar verfallen war, da gab es kein Zurückweichen. Qualität hieß für ihn, immer wachsam sein, zu lernen, zu probieren, zu verbessern und immer wieder von vorn zu beginnen. Die Strenge, die er über sein Schaffen regieren ließ, war ihm der Garant für die Wahrhaftigkeit seiner Berufung. Da er in das Zentrum seiner Arbeit den Menschen gestellt hatte, mußte er in seinem Werk ganz wahr sein, eine unwahre Chronik über den Menschen wäre keine Chronik. Er liebte den Humor wie das Lachen, doch darüber durfte ihm die Wahrhaftigkeit nicht verloren gehen. Seine Zuschauer, seine Betrachter zu verulken, etwas weniger fein würde man heute sagen ‘verarschen’, das wäre ihm zuwider gewesen, weil gegen die Wahrhaftigkeit seiner künstlerischen und menschlichen Absicht. Will man Leben malen, dann muß man es auch so tun, wie es das Leben lebt, aber nicht als Kopie des Lebens, denn das Leben ist keine Kopie; er wollte das Original auf der Leinwand, nicht das Abbild. Wie er selbst, er war keine Kopie, er war ein Original. *** Verehrung erspart Auseinandersetzung mit der Realität. Das Elitäre erspart den Zusammenstoß mit dem Leben, weil es sich nicht in die Niederungen des Lebens herunterlassen kann. aus, die wir ganz unbewußt, gewohnheitsmäßig, aufnehmen und in Bezug zum Ausgewählten unserer Betrachtung setzen und wirken lassen.

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